Hier finden Sie Projekte, die mich zur Zeit beschäftigen und aktuelle Ausstellungen.

Aktuelles

Projekt Caput Mortuum

Caput Mortuum (lat. Totenschädel) ist die Bezeichnung eines Farbfamilie, die sich laut Farblexikon als "purpurbraun, dunkelrotbraun mit Violettstich, schwermütiges Rot" bezeichnen lässt.
Hier in Irndorf und in benachbarten Gebieten auf dem Heuberg finden sich an manchen Hauswänden Abläufe dieser Farbgruppe. Auch an unserem Haus zeigen sich diese Ausblühungen an der hinteren Giebelwand.
Diese Verfärbungen sind offensichtlich regional begrenzt und zeigen sich meist an einem Kratz- oder Rauhputz aus den 70er und 80er-Jahren. Die Ursache sind carotinhaltige Rotalgen, Grenzschichtbewohner in Mikrolebensräumen, die auf den hier verwendeten Putzmischungen ein ideales Habitat fanden. Sie verstärken sich über Jahre, wie an den Brückenpfeilern der Burg Wildenstein eindrucksvoll zu beobachten ist (siehe Fotos). Die Rotalgen zeigen eine Bandbreite von Farbtönen, die den Caput Mortuum-Tönen zuzuordnen sind. Bei Bereibung verwandelt sich die Farbe zu einem kräftigen Gelb, das auf den Carotingehalt der Alge zurückzuführen ist.
Künstlerisch weckten diese Erscheinungen mein Interesse. Algen waren eine der ersten Lebensformen auf unserem Planeten und werden wohl auch eine der letzten sein, wenn die Menschheit schon längst verschwunden sein wird.
So entwarf ich einige "Irndorfer Ablaufobjekte", die die Schönheit dieser passionszeitfarbigen Gerinnsel mit ihrem tonal ambivalenten Schimmern aufzeigen sollen.
Bei guter Bausubstanz richten die Algen keinerlei Schaden an. Es handelt sich also nur um eine rein ästhetische Entscheidung, ob man diese Lebensformen duldet oder sie mit Einsatz von Chemie entfernt. 

Beitrag zur Jahresausstellung 2022

Städtische Galerie Tuttlingen

Aus den obigen Beobachtungen entstand mein diesjähriger Beitrag zur Jahresausstellung in Tuttlingen.

Entwurf für einen Sühnestein mit Rotalgenbesiedelung

Schichtenmalerei auf Karton und Fotografie mit Schnellputzleisten als Rahmung